ARD-Talk-Offensive und die Quoten – Beckmann stark, aber spannend wird es erst nächste Woche

Mit all dem, was über die neue Talk-Offensive der ARD geschrieben wurde, ließe sich bequem ein Wochenend-Urlaub an der verregneten Nordsee füllen. Jauchs Rückkehr verursachte ein Sendeplatzrücken, wie es für die ARD sehr ungewöhnlich ist.
Wild wurde nicht nur über Sieger und Verlierer des neuen Sendeschemas spekuliert, sondern auch das neue Gesicht der ARD-Abende diskutiert. Schmidt weg, Jauch da, Maischberger, Will, Plasberg und Beckmann bleiben. Ob die Fünf-Talk-Tagewoche ein durchdachtes Konzept der ARD ist, oder einfach nur das Ergebnis der „wir holen Jauch, egal was es kostet“-Strategie, spielt längst keine Rolle mehr. Unter dem Slogan „Mehr Platz für Information“ wird das neue Sendeschema gepriesen. Die Vorteile der „größeren Strukturreformen im Ersten Deutschen Fernsehen“ sind offensichtlich. Mit dem täglich gleichen Sendestart der Tagesthemen gewinnt das ARD-Programm wohl nicht nur für den Zuschauer an Struktur, sondern der daran gekoppelte einheitliche Start der Talksendungen ist für Will und Co. (außer Plasberg und Jauch starten die Talks nun 22.45 Uhr) ein echter Gewinn. Die Nachteile wurden ebenso ausgiebig diskutiert, wie die Frage einer möglichen Kanibalisierung der Talk-Sendungen. Ob sich nun für Anne Will, oder einen der anderen Talkmaster die ihren Sendeplatz räumen mussten, ein individueller Nachteil oder Vorteil für das Format ergeben, ist Ansichtssache und wird sicher in den nächsten Woche noch ausgiebiger diskutiert. Wenn man mal die einzelnen Verträge der Talkmaster und Produktionen außer Acht lässt, geht es nun vor allem um eines – die Quote. Jauch und Plasberg (Starts am So. 11.09.11 & Mo. 05.09.11) sind noch in der „Sommerpause“, so müssen wir uns noch gedulden, bis die Quoten-Analysten und Medienkritiker den Einen hochjubeln und den Anderen zerfetzen, aber was ich in der Start-Woche der 22.45 Uhr-Talksendungen den Quoten-Reports entnahm, sorgte doch für Verwunderung. Ausgerechnet Beckmann ist der Gewinner der ersten Woche. Anne Will startete schwach, trotz PR im Vorfeld. Auch für Sandra Maischberger lief der Start nicht rund. Trotz Charlotte Roche unterlag sie der direkten Konkurrenz deutlich (Lanz erreichte 10,6%, Maischberger nur 8%). Nur Beckmann erreichte eine Quote im zweistelligen Prozentbereich und bekam positive Kritiken, damit hatten wohl die wenigsten gerechnet. 

Wie bereits beschrieben, für eine Analyse ist es noch zu früh, doch die erste ARD-Funf-Talktagewoche erhöht die Spannung. Wie startet Plasberg auf dem neuen Sendeplatz? Wird sich Beckmann behaupten können, wenn Illner aus der Sommerpause zurück ist? Und dann ist da ja noch Jauch, die 4500€/Minute die er angeblich kosten soll, wären für die ARD nur dann gut investiert, wenn er das bewährte Talkformat wieder in Quotenhöhen treibt. Spannung garantiert, danke ARD.

 

 

 

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